NZZ-Geschäftsjahr 2025: Wachstum im Lesermarkt, Schärfung des Portfolios
Wirtschaft
25.3.2026 | nzz.ch
NZZ steigert Ertrag im Lesermarkt und investiert in künftiges Wachstum
Das Unternehmen NZZ hat im Geschäftsjahr 2025 ein bereinigtes Betriebsergebnis von 12,7 Millionen Franken erzielt. Die verbliebene 35-Prozent-Beteiligung an CH Media wird verkauft, der Anteil am Aussenwerbeunternehmen APG aufgestockt.
Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Medienbranche fundamental, während sich der strukturelle Rückgang im Printgeschäft fortsetzt. Diese disruptiven Entwicklungen machen die Transformation für Medienunternehmen wie die NZZ zum neuen Normalzustand.
Dank der klaren Strategie konnte sich das Unternehmen auch im Geschäftsjahr 2025 gut behaupten. Die NZZ erzielte ein bereinigtes Betriebsergebnis (bereinigter Ebit) von 12,7 Millionen Franken (Vorjahr: 16,6 Millionen Franken). Die Abnahme ist vor allem auf den strukturellen Rückgang im Printgeschäft, gezielte Investitionen in künftiges Wachstum in der Schweiz und Deutschland sowie Aufwände für die Implementierung neuer Technologien zurückzuführen.
Der Gesamtertrag des Unternehmens NZZ belief sich auf 236,4 Millionen Franken (Vorjahr: 248,3 Millionen Franken). Der Rückgang ist besonders auf das rückläufige Printgeschäft, Unternehmensverkäufe sowie die fortgesetzte IT-Entflechtung mit CH Media zurückzuführen.
Wachstum im Lesermarkt
Der Lesermarkt bleibt das Fundament des Geschäftsmodells. Trotz einer leicht rückläufigen Abonnentenzahl von 208 800 (Vorjahr: 212 600) konnte der Ertrag im Lesermarkt gesteigert werden. Treiber waren besonders das digitale Wachstum sowie das Premiumangebot «NZZ Pro» mit vertieften Analysen und umfassenden Einordnungen zu geopolitischen und weltwirtschaftlichen Entwicklungen. «NZZ Pro» verdoppelte seine Abonnentenzahl im Berichtsjahr und überschritt die Marke von 20 000. In der Schweiz stieg der durchschnittliche Umsatz pro Digitalabonnenten um 8 Prozent, in Deutschland um 22 Prozent. Der strategisch wichtige Markt Deutschland verzeichnete insgesamt ein digitales Umsatzwachstum von 26 Prozent.
Im Werbemarkt konnten die steigenden Erträge aus dem Onlinegeschäft die sinkenden Erträge aus dem Printgeschäft sowie wegfallende Erträge aus Partnerschaften infolge des Verkaufs des Zurich Film Festival (ZFF) nicht vollständig kompensieren. Der Gesamtertrag im Werbemarkt sank um 4 Prozent auf 99,3 Millionen Franken. Die Vermarktungstochter Audienzz stärkte ihre Position im deutschen Werbemarkt mit einer eigenen Vermarktungseinheit vor Ort sowie neuen Partnerschaften mit regionalen Publishern in Deutschland und Österreich. Damit treibt Audienzz die Skalierung ihres Geschäfts im Dach-Raum voran. Die damit verbundenen Investitionen belasten das Ergebnis kurzfristig, erfolgen jedoch bewusst, da sich der strategische Ansatz als tragfähig erweist.
Stabile Dividende
Im Rahmen ihrer Fokussierung richtete die NZZ ihr Beteiligungsportfolio 2025 stärker auf das Kerngeschäft aus. Sie verkaufte das Zurich Film Festival (ZFF), den Geschäftsbereich Architonic der internationalen Architektur- und Designplattform DAAily Platforms sowie eine kleinere Minderheitsbeteiligung im Softwarebereich.
Diese Portfolioanpassungen prägten die Konzernkennzahlen im Berichtsjahr wesentlich. Das bereinigte Konzernergebnis erhöhte sich auf 16,9 Millionen Franken (Vorjahr: 16,7 Millionen Franken). Die Zunahme resultierte aus dem höheren Finanzergebnis und niedrigeren Ertragssteuern. Die Bereinigung des Portfolios führte schliesslich zu einem ausgewiesenen Konzernverlust von 34,5 Millionen Franken. Darin enthalten sind im Wesentlichen nicht operative und einmalige Effekte, besonders die Rückführung von Goodwill im Zusammenhang mit der Veräusserung des ZFF und von Architonic.
Angesichts des soliden Ergebnisses im Kerngeschäft und der sehr starken Kapitalbasis des Unternehmens schlägt der Verwaltungsrat den Aktionärinnen und Aktionären wie im Vorjahr die Ausschüttung einer Dividende von 200 Franken je Aktie vor.
Aufstockung der Beteiligung an APG
Auch 2026 bleibt das Marktumfeld anspruchsvoll. Die NZZ investiert weiterhin gezielt in publizistische Qualität, technologische Kompetenz und digitales Wachstum – mit klarem Fokus auf das Wesentliche. Dazu gehört auch der Verkauf der verbliebenen 35-Prozent-Beteiligung an CH Media an AZ-Medien per 1. April 2026.
Parallel dazu stärkt die NZZ ihre Beteiligung am führenden Schweizer Aussenwerbeunternehmen APG|SGA. Im Dezember 2025 kündigte sie den Ausbau von 25 Prozent auf 45 Prozent an. Die Aktionärinnen und Aktionäre der APG|SGA schufen im Januar 2026 die statutarische Voraussetzung dafür; der Vollzug wird im zweiten Quartal 2026 erwartet. Die Beteiligung stärkt die Position der NZZ in den Werbemärkten und sichert dem Unternehmen einen stabilen, gegenüber den Auswirkungen der KI resilienten Ertragsstrom. Diese Massnahmen sollen ab 2027 schrittweise Wirkung entfalten. Weiterhin bleibt das Ziel, die Ertragsbasis im Nutzer- und Werbemarkt zu stärken und die Profitabilität im Kerngeschäft nachhaltig zu festigen.
Felix Graf, CEO der NZZ, kommentiert: «2025 haben wir weitere Weichen für die Zukunft gestellt: für journalistische Qualität, starke Kundenbeziehungen und nachhaltiges Wachstum. Eine besondere Stärke der NZZ ist ihre unternehmerische Unabhängigkeit. Unsere solide Kapitalstruktur und die hohe Eigenkapitalquote verschaffen uns den notwendigen Handlungsspielraum, um strategische Weiterentwicklung und Investitionen aus eigener Kraft zu gestalten.»
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