Stabilere Lieferketten und sinkende Kosten verbessern 2026 die Perspektiven für exportorientierte Schweizer Unternehmen. (Foto: Aron Yigin auf Unsplash)
Wirtschaft
2.2.2026 | Dun & Bradstreet
Lieferketten entspannen sich: Schweiz mit höherer Finanzzuversicht 2026
Der globale Geschäftsklimaindex dreht zum Jahresauftakt 2026 ins Plus. Besonders die Schweiz profitiert von stabilen Finanzen, verlässlicheren Lieferketten und gesenkten US-Zöllen.
Zum Jahresauftakt 2026 zeigt sich eine vorsichtige Aufhellung der globalen Geschäftsstimmung. Der aktuelle Global Business Optimism Index (GBOI) von Dun & Bradstreet steigt im ersten Quartal 2026 weltweit um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal und beendet damit eine vier Quartale andauernde Abwärtsbewegung. Zur Stabilisierung tragen insbesondere robustere Lieferketten, eine höhere Planungssicherheit im internationalen Handel sowie eine verbesserte Finanzplanung der Unternehmen bei.
Vor diesem Hintergrund starten Schweizer Unternehmen mit einer insgesamt soliden, wenn auch weniger dynamischen Grundhaltung ins Jahr 2026. Der Geschäftsklimaindex in der Schweiz steigt im ersten Quartal erneut um 3 Prozent und bestätigt damit den im Vorquartal eingeschlagenen Stabilisierungskurs. Im internationalen Vergleich zeichnet sich die Schweiz durch ein hohes Mass an Stabilität aus, insbesondere bei Finanzen und Planungssicherheit. Während Deutschland eine breit angelegte Aufhellung über mehrere Indikatoren hinweg verzeichnet, bleibt die Entwicklung in der Schweiz von moderater Dynamik bei insgesamt robuster Ausgangslage geprägt.
Geschäftsklima: globale Erholung mit unterschiedlicher regionaler Dynamik
Der globale Geschäftsklimaindex legt im ersten Quartal 2026 um 3,5 Prozent zu. Auffällig sind dabei die Unterschiede nach Unternehmensgrösse: Kleine Unternehmen steigern ihren Optimismus deutlich (+11,4 Prozent), mittelgrosse Unternehmen verzeichnen nur ein moderates Plus von 3,4 Prozent. Grossunternehmen hingegen melden einen Rückgang von 3,2 Prozent, unter anderem infolge schwächerer Lagerumschlagszahlen.
Lieferketten: Entspannung stärkt operative Resilienz
Der Global Supply Chain Continuity Index steigt weltweit um 6,6 Prozent. In 28 von 32 untersuchten Volkswirtschaften verbessern sich Lieferzeiten und Kostenbedingungen. Besonders deutlich fällt die Entspannung in konsumnahen Branchen aus, darunter die Lebensmittelherstellung (+13,5 Prozent), die Textilindustrie (+11,3 Prozent) sowie der Gross- und Einzelhandel (+10,7 Prozent). Auch in der Schweiz setzt sich der positive Trend fort: Der Supply-Chain-Index steigt im ersten Quartal 2026 um rund 10 Prozent, nachdem er bereits im Vorquartal um 11 Prozent zugelegt hatte.
Finanzielle Zuversicht und Investitionen: Stabilität vor Expansion
Auch die finanzielle Zuversicht nimmt global wieder zu: Der Global Business Financial Confidence Index steigt um 6,2 Prozent. In der Schweiz fällt der Anstieg mit 8,4 Prozent überdurchschnittlich aus. Zusätzlichen Rückenwind liefern handelspolitische Entlastungen: Die US-Zölle auf Importe aus der Schweiz wurden im November von 39 Prozent auf 15 Prozent gesenkt, was die Planbarkeit für exportorientierte Unternehmen deutlich verbessert. Trotz der steigenden finanziellen Zuversicht bleiben Schweizer Unternehmen bei Investitionen zurückhaltend.
ESG: stabil, aber mit geringer Dynamik
Der ESG-Index zeigt im vierten Quartal 2025 ein differenziertes Bild. Weltweit steigt der ESG-Index um 5,1 Prozent, während sich die Entwicklung in der Schweiz moderater gestaltet: Dort sinkt der ESG-Index um 2 Prozent. Bereits im Vorquartal war das ESG-Engagement rückläufig (um 4 Prozent).
«Die positive Entwicklung der Lieferketten zeigt, dass Schweizer Unternehmen ihre Widerstandsfähigkeit ausbauen. Klare Rahmenbedingungen im Handel und Investitionen in digitale Prozesse tragen dazu bei, Engpässe zu reduzieren und neue Chancen zu nutzen», so Marianne Bregenzer, Country Leader Schweiz bei Dun & Bradstreet.
Den vollständigen Bericht und die dazugehörigen Unterlagen finden Sie hier.
Der Global Business Optimism Insights Report erfasst vierteljährlich die Geschäftserwartungen von 10’000 Unternehmen aus 17 Branchen in 32 Ländern. Fünf Indizes bilden die Entwicklung des allgemeinen Geschäftsoptimismus sowie die Erwartungen zu Lieferkettenstabilität, Finanz- und Investitionsbedingungen und ESG-Initiativen ab. Grundlage sind Befragungen und die Wirtschaftsdatenbank von Dun & Bradstreet. Ein Indexwert über 100 signalisiert eine Verbesserung, ein Wert darunter eine Verschlechterung gegenüber dem Basisjahr.