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EY Startup Barometer Schweiz 2026: Investoren setzen wieder stärker auf Schweizer Jungfirmen

Schweizer Startup-Finanzierungen ziehen 2025 wieder an, besonders stark bei KI und im Gesundheitssektor. (Adobe Stock))

EY Startup Barometer Schweiz 2026: Investoren setzen wieder stärker auf Schweizer Jungfirmen

Wirtschaft

26.2.2026 | Moneyhouse Redaktion

EY Startup Barometer Schweiz 2026: Investoren setzen wieder stärker auf Schweizer Jungfirmen

Nach zwei Jahren Gegenwind dreht der Schweizer Startup-Markt wieder nach oben: Mehr Mega-Deals und stark wachsende KI-Finanzierungen lassen das Investitionsvolumen 2025 markant steigen.

Das EY Startup Barometer Schweiz 2026 zeigt: Nach einem seit dem zweiten Halbjahr 2022 beobachteten Abwärtstrend verzeichnen Schweizer Startups 2025 wieder einen Anstieg bei Finanzierungsrunden und Investitionsvolumen. Im Jahr 2025 wurden 515 Finanzierungsrunden für Startups registriert, was einem Anstieg von zwei Finanzierungsrunden im Vergleich zu 2024 (513) entspricht. Auch das in Startups investierte Volumen ist gestiegen: Schweizer Startups generierten im vergangenen Jahr ein Finanzierungsvolumen von 3,3 Milliarden Schweizer Franken, was 44 Prozent höher ist als 2024 (2,3 Milliarden Schweizer Franken).

«Nach einigen herausfordernden Jahren beobachten wir im Jahr 2025 eine klare Stabilisierung im Schweizer Startup-Ökosystem. Sowohl die Anzahl der Finanzierungsrunden als auch das investierte Kapital sind wieder gestiegen. Besonders erfreulich ist die starke Dynamik in zukunftsorientierten Bereichen wie KI und Health, die das Wachstum massgeblich vorantreiben», sagt Milja Vulin Petrovic, Leiterin Startups und Scaleups bei EY Schweiz.

KI: Deals und Volumen

Der Fortschritt der künstlichen Intelligenz ist auch bei Jungunternehmen deutlich erkennbar: Die Zahl der Finanzierungsrunden für KI-orientierte Startups stieg im Jahr 2025 auf 163 (2024: 112), was einem Plus von rund 46 Prozent entspricht. Infolgedessen entfielen 2025 insgesamt 32 Prozent aller Finanzierungsrunden auf KI-Startups (2023: zehn Prozent; 2024: 22 Prozent). Die Investitionen in KI-Startups stiegen um 206 Prozent, von 345 Millionen Schweizer Franken im Jahr 2024 auf rund 1,1 Milliarden Schweizer Franken im Jahr 2025. Der Anteil von KI-Startups am gesamten Finanzierungsvolumen stieg damit innerhalb von zwei Jahren von fünf Prozent auf 32 Prozent.

Sektoren: Health vorn

Mit 147 Finanzierungsrunden (2024: 134) und einem Investitionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Schweizer Franken (2024: rund 1,0 Milliarde Schweizer Franken) ist der Gesundheitssektor die stärkste Branche. Damit entfallen 44 Prozent des gesamten Venture-Capital-Volumens in Schweizer Startups auf diesen Bereich. Software & Analytics folgt mit 924 Millionen Schweizer Franken und einem Marktanteil von 28 Prozent (plus 133 Prozent gegenüber dem Vorjahr). FinTech/InsurTech (neun Prozent) sowie Hardware (sieben Prozent) belegen die weiteren Plätze, während der Energiesektor einen Rückgang des Investitionsvolumens um 55 Prozent verzeichnete.

Mega-Deals

Insgesamt wurden 2025 515 Finanzierungsrunden verzeichnet (2024: 513), wobei für 436 Transaktionen Angaben zum Finanzierungsvolumen vorlagen (2024: 462). Mit Ausnahme kleinerer Finanzierungen bis zu 1 Million Schweizer Franken verzeichneten alle Grössenkategorien mehr Abschlüsse als 2024. Die Zahl der Mega-Deals über 100 Millionen Schweizer Franken verfünffachte sich (2024: eins; 2025: fünf), ihr Gesamtvolumen stieg von 158 Millionen auf 747 Millionen Schweizer Franken.

Top-Deals 2025

An erster Stelle steht Sanoptis (235 Millionen Schweizer Franken), gefolgt von Windward Bio (173 Millionen Schweizer Franken), Distalmotion (120 Millionen Schweizer Franken) und GlycoEra (112 Millionen Schweizer Franken). Es folgt General Intuition (107 Millionen Schweizer Franken). Ergänzt werden die Top Ten durch Ecorobotix (84 Millionen Schweizer Franken), Auterion (84 Millionen Schweizer Franken), Neural Concept (80 Millionen Schweizer Franken), Nuclidium (79 Millionen Schweizer Franken) sowie Rhygaze (74 Millionen Schweizer Franken).

Die fünf grössten Deals bei KI-bezogenen Startups führt General Intuition (107 Millionen Schweizer Franken) an, gefolgt von Neural Concept (80 Millionen Schweizer Franken), Toloka (62 Millionen Schweizer Franken), Flexion Robotics (40 Millionen Schweizer Franken) und DeepJudge (34 Millionen Schweizer Franken).

Gründerteams

Im Rahmen des EY Startup Barometers Schweiz wurden insgesamt 447 Schweizer Startups erfasst, die im Jahr 2025 mindestens eine Finanzierungsrunde durchgeführt haben und bei denen die Zusammensetzung des jeweiligen Gründerteams publik gemacht wurde. 26 dieser Startups wurden von rein weiblichen Teams (6 Prozent) gegründet, in weiteren 75 Teams (17 Prozent) war mindestens eine Frau beteiligt. Die Mehrheit (346 Startups; 77 Prozent) entfiel auf rein männliche Teams.

Regionen und DACH-Vergleich

Die meisten Finanzierungsrunden wurden im Kanton Zürich (213) registriert, gefolgt von der Romandie (165), der Zentralschweiz (56) und der Nordwestschweiz (27). Beim Investitionsvolumen führt der Kanton Zürich mit rund 1,3 Milliarden Schweizer Franken, gefolgt von der Romandie mit 909 Millionen Schweizer Franken.

Im Vergleich zu Deutschland und Österreich blieb die Zahl der Finanzierungsrunden in der Schweiz stabil bis leicht steigend (plus 0,4 Prozent; von 513 auf 515). Bei den in Startups investierten Volumina erhöhte sich das Finanzierungsvolumen in der Schweiz um 47 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro (2024: 2,41 Milliarden Euro).

Die globale EY-Organisation ist eine Marktführerin in der Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Transaktionsberatung und Rechtsberatung sowie in den Advisory Services. Wir fördern mit unserer Erfahrung, unserem Wissen und unseren Dienstleistungen weltweit die Zuversicht und die Vertrauensbildung in die Finanzmärkte und die Volkswirtschaften. Für diese Herausforderung sind wir dank gut ausgebildeter Mitarbeitender, starker Teams sowie ausgezeichneter Dienstleistungen und Kundenbeziehungen bestens gerüstet. Building a better working world: Unser globales Versprechen ist es, gewinnbringend den Fortschritt voranzutreiben – für unsere Mitarbeitenden, unsere Kunden und die Gesellschaft.

Die globale EY-Organisation besteht aus den Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG). Jedes EYG-Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen. Ernst & Young Global Limited ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht und erbringt keine Leistungen für Kunden. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: www.ey.com.

Die EY-Organisation ist in der Schweiz durch die Ernst & Young AG, Basel, an zehn Standorten sowie in Liechtenstein durch die Ernst & Young AG, Vaduz, vertreten. «EY» und «wir» beziehen sich in dieser Publikation auf die Ernst & Young AG, Basel, ein Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited.

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